KonMari goes Germany – meine Erfahrung als zertifizierter „KonMari Consultant“

„Ordnung muss sein“

und „Ordnung ist das halbe Leben“- man sagt ja, die Deutschen hätten generell einen Sinn für das Ordentlich. Allerdings denkt man bei dem Wort “Ordnung” oft auch an Regeln und Verordnungen, und das nimmt dem Ganzen dann wiederum den Spaß. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die japanische KonMari Methode, die auf den Prinzipien von Zen basiert, die Welt im Sturm erobert. Durch sie verbindet Marie Kondo, die sogar schon als „ordentlichste Frau der Welt“ bezeichnet wird, ein gesundes Verhältnis zu Materiellem und die Freude („Joy“) an einer aufgeräumten Wohnung sowie den Dingen, die man besitzt. Inzwischen haben sich weltweit mehrere Millionen Exemplare ihres Buches Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert verkauft.

Am Anfang der Methode steht die Frage „Does this spark joy?“

Macht mich dieses Objekt glücklich? Dinge, die dieses Kriterium nicht erfüllen, haben keinen Platz mehr in unserem Leben und Alltag. Doch bevor diese Dinge aus unserem Besitztum verschwinden, ist es wichtig, ihnen für ihre treuen Dienste zu danken. Damit erkennen wir an, dass sie irgendwann mal für uns wichtig waren, aber dass wir nun eine andere Richtung einschlagen, die in diesen Objekten nicht mehr reflektiert ist. Wir befinden uns quasi auf einem anderen Weg, und nehmen nur das mit, was uns dabei hilfreich ist und uns Freue bereitet.

Genau so wie Deutschland, wird Japan gerne als Epizentrum von Effizient und Ordnung angesehen. Marie Kondos Methode macht diese Eigenschaften ein Stück weit menschlicher und reflektierter, indem sie den, wie ich es nenne, „Joy factor“, mit einbezieht. Doch wie genau erkennt man, ob eine Sache uns glücklich macht, oder nicht? Als erster deutscher zertifizierter „KonMari Consultant“ ist es meine Aufgabe, die Leute auf ihrer „KonMari-Reise“ zu begleiten und ihren „sense of joy“ zu trainieren und zu stärken. KonMari Ordnungsberatung ist mehr als Ordnung schaffen, es bedeutet, zusammen mit dem Kunden eine Lebensvision auszuarbeiten und diese in Relation mit allem, was wir besitzen zu stellen. Jeder Kunde ist anders, doch wir alle haben eines gemeinsam: Dinge, die wir angesammelt haben, stehen uns nicht nur wortwörtlich im Weg, sondern nehmen oft auch den Raum für positive Lebensveränderungen.

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Dein ideales Leben

Bei der KonMari Methode geht es vor allem darum, sein ideales Leben zu kreieren. Und in dieser Vision haben nur Dinge Platz, die uns dabei behilflich sind. Marie Kondo fordert uns daher auf, uns ein Leben vorzustellen in dem uns alles was uns umgibt glücklich macht. Dieser Gedanke scheint auf den ersten Blick schwierig, denn oft scheint es uns, als seien wir von Pflichte und Aufgaben umzingelt, die wir nicht so einfach ablegen können. Doch hier kommt die KonMari Philosophie zum Zuge: um unser ideales glückliches Leben zu erlangen, müssen wir zuerst ein ideales und glückliches Umfeld schaffen. Wir kreieren sozusagen unseren eigenen „power spot“, unsere Glücks-Zentrale, aus der heraus wir agieren.

Ein Vergleich, den ich jedes Mal mit meinen KonMari Kunden anwende ist Folgender: „Das Volumen an Dingen, die entsorgt werden entspricht genau dem Volumen an geistigem Raum, der frei wird.“ Das bedeutet, dass man die Zeit, die man sonst damit verbrach hat, nach Dingen zu suchen, sich ueber Dinge zu ärgern, Objekte von A nach B zu räumen, jetzt für andere Sachen verwenden kann. Auf einmal hat man mehr Zeit und Raum für Hobbies, Projekte und zum Verwirklichen seiner Träume. Genau das ist es was Marie Kondo als „magisch“ bezeichnet. Die wahre Magie des Aufräumens zeigt sich später, wenn man sich aktiv auf den Weg zu seinem idealen Leben begibt. So wird jeder gefüllte Muellbeutel zu einem weiteren Schritt in die richtige Richtung.

Und sind wir mal ehrlich: die „antike“ Vase der Schwiegermutter, die bei uns im Schrank verstaubt macht uns nicht wirklich glücklich. Dies zu erkennen und den Mut zu haben, sich von derlei Dingen zu trennen, kann Unglaubliches bewirken. Es mag mit Dingen und Objekten beginnen, doch was ich in jedem meiner KonMari Kunden erkenne ist, das diese Regel im Nachhinein auch generell im Alltag angewandt wird: Sie fühlen sich ein ganzes Stück weit leichter, haben den Mut vieles „auszusortieren“, wofür sie sich aus falschem Schuldgefühl verantwortlich fühlen oder was ihnen von Anderen aufgedrückt wurde. Dinge, Aktivitäten oder selbst Beziehungen, die uns nicht glücklich machen werden „entsorgt“ und geben Raum für einen Alltag der uns, wohin wir auch schauen, glücklich macht.

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"Let the magic happen!"

Durch meine Arbeit als „Certified KonMari Consultant“ möchte ich genau das vermitteln. Als Teil der ersten Kohorte von Marie Kondos Ordnungsberatern außerhalb Japans möchte ich den Menschen zeigen, dass Ordnung so viel mehr sein kann als Dinge an ihren richtigen Platz zu räumen. Die KonMari Methode kann tatsächlich dabei helfen, sein wahres Potential zu finden und zu verwirklichen. Unsere Zeit ist zu kostbar, um sie mit Stress, unbedachtem Konsum und haufenweise Kram zu verschwenden. Worauf warten wir noch:

Let the magic happen!